Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Elektro- & Informationstechnik
Faculty of Electrical Engineering & Information Technology

Forschungsprojekt

Einsatz von AAL-Systemen außerhalb der heimischen Wohnung durch moderne Smartphone-Unterstützung

In diesem Forschungsprojekt wurde eine Smartphone-Anwendung entwickelt, die es ermöglicht, alle Funktionen eines AAL-Systems außerhalb der heimischen Wohnung zu verwenden.

Als Ausgangsbasis diente das Gemeinschaftsprojekt der FH D mit der Hochschule RheinMain „WieDAS“ (Wiesbaden-Düsseldorfer Ambient Assisted Living Service Plattform). Das WieDAS-Altersassis-tenzsystem besteht aus verschiedenen über Funk kommunizierenden Geräten (u.a. Wassermelder, Türüberwachung, Sturzsensor), welche Daten aus ihrer Umgebung sammeln und an eine verwal-tende Einheit senden. Als zentraler Knotenpunkt fungiert eine OSGi-basierte Steuerungs- und Überwachungssoftware für einen Desktop-PC. Die in diesem Projekt entwickelte Client-Server-Anwendung erweitert das System um eine Android-Anwendung, die es erlaubt, das gesamte System vom Smartphone aus zu steuern und Benach-richtigungen (z.B. Alarme) auch unterwegs (über UMTS, LTE) auf diesem zu empfangen. Eine solche Erweiterung des Systems ermöglicht nicht nur mehr Komfort für bedürftige Nutzer von AAL-Systemen, sondern gibt auch Angehörigen und pflegendem Personal die Möglichkeit, stets über Vorkommnisse informiert zu werden und sofort reagieren zu können.​​

​Projektziele

Der demografische Wandel bedingt, dass die Zahl an älteren und alleinstehenden Menschen stetig größer wird. Diese Entwicklung wird einen steigenden Bedarf an neuen Unterstützungs- und Hilfsangeboten insbesondere bei älteren Menschen schaffen, der durch existierende, vor allem institutionalisierte Versorgungs-systeme nicht adäquat abgedeckt werden kann. Vielmehr werden zukünftig altersgerechte, möglichst unaufdringliche IT-basierte Assistenzsysteme eingesetzt werden mit dem Ziel, die Lebensqua-lität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu erhöhen und ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Entsprechende Konzepte, Produkte und Dienstleis-tungen werden unter dem aktuellen Schlagwort Ambient Assisted Living (AAL) zusammengefasst.  

Als Facetten von AAL werden dabei üblicherweise gesehen: Gesundheit und HomeCare, Sicherheit und Privatsphäre, Versor-gung und Hausarbeit sowie das soziale Umfeld. Beispiele für solche Assistenzsysteme reichen von einfachen Erinnerungssys-temen zur Medikamenteneinnahme über Beratungs- und Informa-tionsdienste, Groupware-Systeme eines Wohnquartiers, Sicher-heits- und Notfallsysteme bis hin zu Systemen der Medizintechnik (Diagnostik) und Telemedizin. 

Das AAL-System bietet Dienste im Bereich Sicherheit (Rauch, Feuer, Wasser etc.), Ge- sundheit/Telemedizin (Blutdruck, Blutzucker etc.) und Komfort (Fernbedienbarkeit, Licht-szenarien etc.) in der Wohnumgebung an. Eine Ausweitung des Systems auf mobile Endgeräte ist ein konsequenter Schritt, der  vollzogen werden muss. Leistungsfähige  Smartphones sind ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens und bieten somit eine ideale Plattform für das „mobile AAL“. Eine Smartphone-Anwendung dient nicht nur der bedürftigen Person als „Helfer für unterwegs“, sondern ermöglicht auch den Angehörigen eine aktive Teilnahme am Prozess.

Projektergebnisse

Es wurde ein Konzept für eine Client-Server-Architektur für AAL-Systeme entwickelt, welche auf OSGi Remote Services und MQTT Push Notifications basiert. Es erfolge ein proof of concept in Erweiterung des WieDAS-AAL-Systems zu einem AAL-Dienste-Server und einer zugehörigen Android-App, mit deren Hilfe auf die Dienste zugegriffen werden kann. Die Alarmbenachrichtigung wurde mittels auf dem MQTT-Protokoll basierenden Push Notifications realisiert. Das prototypische Client-Server-System kann als Grundlage für weitere Dienstplattformen verwendet und bei Bedarf erweitert werden. Die App auf der Clientseite wird größtenteils auf ihre Funktionalität als View reduziert. Die gesamte Funktionalität der Dienstplattform steht dabei jederzeit zur Verfügung — unab-hängig vom Aufenthaltsort des Smartphones und der Art der Datenverbindung. Zusätzlich wird durch die Verwendung von VPN ein sicherer Zugriff auf die Dienste ermöglicht.​