Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences
Fachbereich Elektro- & Informationstechnik
Faculty of Electrical Engineering & Information Technology

Auslandssemester in San Francisco

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​​​Auslandssemester an der San José State University, USA


Vorbereitung 
(Organisation, Finanzierung, Flug buchen, benötigte Dokumente, Sprachkurs)

Nach intensiver Überlegung bin ich letztendlich zu dem Entschluss gekommen, ein Auslandssemester zu absolvieren, was eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.

Da ich von meiner Entscheidung überzeugt war, habe ich angefangen, ein Land und dann die passende Uni zu finden. Meine Ziele dabei waren, mich in meiner Fachrichtung weiterzubilden, mein Englisch zu verbessern und neue Lebenserfahrungen zu sammeln. Entscheidend war ebenfalls die Region, in der sich San José befindet; und zwar die San Francisco Bay Area, eine der größten Metropolregionen der USA und zugleich – durch das sich im Süden der Region befindende Silicon Valley – ein Technologiestandort mit weltweiter Bedeutung.

Danach kam der aufwendige Papierkram-Teil.

Da man sich um viel kümmern muss, um ein Semester in den USA verbringen zu dürfen, bin ich froh, dass mir College Contact damals bei meiner Bewerbung geholfen hat. Es handelt sich hierbei um eine Gesellschaft mit Sitz in Münster, die deutsche Studenten über ein Auslandssemester informiert und die Anmeldung an der ausländischen Hochschule abwickelt. Es kommt viel Neues auf einen zu, mit dem man sich vorher nie beschäftigt hatte, zum Beispiel der Antrag auf ein Visum. College Contact hat mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden, was mir vieles erleichtert hat. Der Service ist komplett kostenlos, da College Contact durch die ausländischen Hochschulen finanziert wird. Ich kann daher jedem, der ein Auslandssemester plant, nur empfehlen, die Anmeldung und Vorbereitung mit Hilfe von College Contact durchzuführen.

Ein Tipp: Macht den TOEFL, DAAD oder IELTS so früh wie möglich, damit ihr nicht unter Zeitdruck geratet. Die SJSU (San José State University) erwartet folgende Ergebnisse: TOEFL: mind. 71 Punkte, IELTS: mind. 6.0, DAAD: B2.

Neben dem Auslandsbafög, welches unabhängig vom normalen Bafög bewertet wird und früh beantragt werden sollte, kann ich jedem, der ein Auslandssemester plant, nur ans Herz legen, sich um ein zusätzliches Auslandsstipendium zu bemühen. Dieses Stipendium hilft einem, einen Teil der Finanzierungslücke zu füllen, die dadurch entsteht, dass ein Auslandstudium meist nicht allein durch Auslandsbafög und eigenen Mitteln finanziert werden kann. Zuständig für das Auslandsbafög ist nicht das lokale Bafögamt, sondern für jedes Land ein ausgewähltes. Für einen Studienaufhalt in den USA ist das Bafögamt Hamburg beispielsweise zuständig.

Mit dem Visum würde ich mir auch nicht allzu viel Zeit lassen, da es eine aufwendige Angelegenheit ist: online anmelden, alles ausfüllen, Termin vereinbaren, persönliches Gespräch – dann dauert es noch, bis der Pass mit Visum zurückgeschickt wird. Ich habe leider etwas zu spät damit angefangen, jedoch hat alles noch geklappt. 

Es stand mir offen, ob ich mich bei einer deutschen Auslandskrankenversicherung oder direkt an der SJSU krankenversichere. Ich entschied mich für die deutsche Variante.

​Während des Aufenthalts 
(erste Eindrücke, Wohnungssuche, Ankunft, Alltag, Unterhaltskosten, Kontakte & Freizeitaktivitäten etc.)


Ankunft
Nach einem langen Flug war ich endlich in Kalifornien. Es war so unglaublich aufregend. Die erste Woche habe ich in einem Motel verbracht, da ich mir vor Ort ein Zimmer suchen wollte, was ich im Nachhinein anders machen würde. Es erwies sich als schwieriger als gedacht. Jedoch habe ich letztendlich nach ca. zwei Wochen ein Studio zwei Straßen von der Uni entfernt gefunden, welches ich mir mit einer anderen deutschen Studentin geteilt habe. Sucht euch am besten ein Zimmer nahe dem Campus, da hier das Studentenleben stattfindet. Auf dem Campus könnt ihr eine Menge unternehmen und somit leicht ein Teil der amerikanischen Gesellschaft sein. Versucht locker und unternehmungslustig zu sein, ansonsten wird es schwer, amerikanische Freunde zu finden. Leute lernt ihr kennen z.B. im Fitness-Center, Coffee-Night im I-House, bei vielen verschiedenen Aktivitäten auf dem Campus, im und um Campus-Village und an vielen anderen Orten. Ihr könnt mit jedem reden, den ihr seht, denn in Amerika ist das so üblich. Die Mehrheit der Kalifornier ist umgänglich, offen, tolerant und locker. Die meisten sind immer bereit für Small Talk und haben ein freundliches Wort auf den Lippen. Das sind einige der Gründe, warum es gut ist, nahe dem Campus zu leben. Die Busverbindungen sind auch nicht schlecht. Allerdings fahren die meisten Busse nur bis 20 oder 22 Uhr.

In der ersten Woche hatte das SAL-Office (Studies in American Language) eine Orientierungswoche geplant. Wir wurden über alles Wichtige informiert. Es gab Seminare, Ausflüge, Uni- und Stadtbesichtigungen und vieles mehr. Das SAL-Team hat mir in den ersten Wochen auch sehr geholfen, was Kurswahl oder das Leben auf dem Campus betrifft. Es gab zahlreiche Infoveranstaltungen, die einem das Einleben in der neuen Umgebung erleichtert haben. Es gab Stadttouren und Campustouren und somit wusste man gleich, wo was zu finden ist. Eine Woche später hat dann die Uni richtig angefangen.
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San José
San José selber ist keine Großstadt, sondern eher eine mittelgroße Stadt. Des Weiteren ist San José der Kern des Silicon Valley, viele High-Tech-Unternehmen haben dort ihren Sitz. In der Nähe sind auch Google und Apple.

Die San José State University ist ca. 10 min zu Fuß von Downtown San José entfernt. Es gibt einen Park in Downtown, in dem öfters mal Events stattfinden. Ab Dezember gab es dort dann "XMas in the park" mit einer Eislauffläche. Sehr klasse, wenn man unter Palmen seine Runden auf der Eisbahn dreht. Die Bay Area hat mir insgesamt gut gefallen. San José ist sehr schön, eher eine ruhige Stadt, aber mit einer netten und mulikulturellen Atmosphäre und in der Umgebung gibt es einiges zu sehen. Zwar hatte ich zuerst meine Zweifel, ob das Nachtleben mit dem hier bekannten mithalten kann. Aber San José Downtown hat eine Vielzahl von Bars und Clubs. Je nach Laune und Geldbeutel findet sich auf jeden Fall das Richtige. Der einzige Nachteil ist, dass jede Bar und jeder Club um 1:30 h schließt. Zuerst schon arg ungewohnt, aber man kann ja dann noch House Parties machen! Es ist schon ein Vorteil, zumindest 21 Jahre alt zu sein, denn sonst ist es unmöglich, in Clubs oder Bars reinzukommen. 
Es gibt einen Supermarkt Downtown, aber der nächste größere und günstigere Supermarkt ist nur mit einem Auto zu erreichen. Die Valley Fair Mall in dem Vorort Santa Clara ist gut und schnell mit dem Bus zu erreichen. Diese schöne Mall bietet alles, was das Shopping- Herz begehrt.

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Uni

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Ein malerisch schöner Campus mit Palmen und historischen Gebäuden einerseits und hochmodernen Gebäuden wie der King Jr. Library oder dem Business Tower andererseits sorgten für ein angenehmes Ambiente an einer tollen Campus Uni. Die King Jr. Library ist eine riesige Bibliothek, von der aus man beim Lernen und Lesen auch noch den Blick über die Stadt genießen kann.
Das Leben an der SJSU ist sehr abwechslungsreich und man bekommt als Student immer etwas geboten. Es gibt einen Swimmingpool, der im heißen Sommer für Abkühlung nach der Uni sorgt, ein Fitnessstudio, welches für sehr erschwingliche Preise ein ausgewogenes Sportprogramm anbietet, ein Event Center, in welchem regelmäßig bekannte Bands Konzerte geben (auch für Studentenpreise), die Student Union mit dem Food Court, einer Bowling-Bahn, Billardtischen, Tischtennis etc.
Da sich viele amerikanische Studenten außerschulisch engagieren, gab es mehrere Vereine wie beispielsweise einen Meditationsclub oder eine Psychologie-Runde. Zudem fanden oft Veranstaltungen statt wie Modenschauen oder Freiluftkino. Oft hingen selbstgestaltete Plakate aus, die auf die nächste Feier oder Diskussionsrunde hinwiesen. Die Uni-Zeitung „Spartan Daily“ machte auch darauf aufmerksam. Sie informierte außerdem über aktuelles Geschehen an der Uni. Die Atmosphäre an der SJSU ist super und man gewöhnt sich schnell an das Leben an einer amerikanischen Uni.

Die Leute im SAL-Office, die für die Betreuung vor Ort zuständig sind, sind sehr nett und helfen, wo sie können, auch bei anderen kleinen Problemen und Fragen zu Uni-Angelegenheiten. Sehr empfehlen kann ich auch die Englisch-Kurse an der SAL. Die dort angebotenen Kurse sind auch für viele Projekte, die man für die Vorlesungen machen muss, sehr hilfreich.

Ich habe an der SJSU mein Elektrotechnik-Studium fortgesetzt. Das Angebot ist breit gefächert und vielfältig. Das „Crashen“ der Kurse in der ersten Woche ist etwas anstrengend, da man sich als International nicht schon Wochen vorher über das Internet für die Kurse anmelden kann. Also muss man sich vorher überlegen, welche Kurse man denn prinzipiell belegen möchte, und geht dann zu der ersten Vorlesung hin und lässt sich meistens auf die Warteliste setzen. In der nächsten Vorlesung bekommt man dann in der Regel Bescheid, ob man dabei ist. Ich kann nur sagen, dass man als International gute Chancen hat, seine gewünschten Kurse zu bekommen, ich konnte alle belegen.

Das Unisystem ist schon etwas anders als hier in Deutschland. Klausuren gibt es über das ganze Semester verteilt. Auch ist man größtenteils durchweg mit Projekten beschäftigt. Das habe ich öfters als nervig empfunden, aber es hilft wirklich, die Sachverhalte besser zu verstehen. Positiv fand ich auch die Einstellung der Professoren. Bei jeglicher Art von Fragen, sei es zum Lehrstoff, zu Hausaufgaben oder Projekten, kann man zu den Office Hours gehen, dort anrufen oder E-Mails schreiben. Eine hilfreiche Antwort ist garantiert und zwar auch ziemlich schnell. Und ja, es werden in bestimmten Vorlesungen regelmäßig Hausaufgaben aufgegeben. Die Handhabung ist aber nicht wie in der Schule, sondern eher als Übung für einen selber zu verstehen. Ob man die Hausaufgaben nun gemacht hat oder nicht, wird nicht kontrolliert. Es werden die Übungen mit Lösungen ausgegeben und wenn man dann noch Probleme hat, steht der Prof. mit Rat und Tat zur Seite. Die Professoren sind erstaunlich gut zu verstehen. Die meisten reden deutlich. Auch sonst bereitete mir das Verständnis weniger Probleme. 


Kontakte

Schwierig war es manchmal, mit den amerikanischen Studenten nach der Uni etwas zu unternehmen, da die meisten arbeiteten und außerhalb San Josés wohnten. 

Für alles, was ihr sucht, gibt es eine sehr gute Seite. Lasst euch vom Aufbau nicht abschrecken, wenn ihr die Seite einmal verstanden habt, ist sie äußerst hilfreich: craigslist.
Dort findet ihr Wohnungen, Autos, Motorräder, Fahrräder, Möbel usw. Mit den Fahrrädern in San José ist das so eine Sache. Selbst das beste Schloss verhindert nicht, dass das Fahrrad geklaut wird. Natürlich kommt es auf den Ort an, in der Innenstadt sind Fahrräder schon mal schnell weg. Auf dem Campus gibt es Fahrrad-Käfige, aus denen ein Diebstahl eher unwahrscheinlich ist.


Freizeitaktivitäten

Wochenendfahrten mit der CalTrain nach San Francisco zu den bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Golden Gate Bridge, Alcatraz, Fisherman´s Wharf, Pier 39 und Cable Car waren eine sehr schöne Erfahrung für mich. San José als Hauptstadt des Silicon Valley und zehntgrößte Stadt in den USA steht wie kaum eine andere Stadt für Unternehmertum und Erfindungsreichtum und beheimatet Unternehmen wie JDS Uniphase, Google, Hewlett Packard, Agilent Technologies, McAffee, Sun Microsystems und Yahoo. Wenig entfernt über den Highway 101 zu erreichen sind Palo Alto, wo IBM seinen Firmensitz hat, Mountainview, Sunnyvayle, Gillroy, Redwood City und Stanford. Auch die Gegend außerhalb von San José ist sehenswert. Beispielsweise ist in ca. 30 min Autofahrt Santa Cruz erreichbar, dies ist der nächste Strand. Man kann dort am Strand Volleyball spielen, die Promenade entlanggehen oder sich den „Board walk“, so eine Art Kirmes, anschauen. Auch surfen ist sehr zu empfehlen.
Wochenendfahrten mit der CalTrain nach San Francisco zu den bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Golden Gate Bridge, Alcatraz, Fisherman´s Wharf, Pier 39 und Cable Car waren eine sehr schöne Erfahrung für mich. San José als Hauptstadt des Silicon Valley und zehntgrößte Stadt in den USA steht wie kaum eine andere Stadt für Unternehmertum und Erfindungsreichtum und beheimatet Unternehmen wie JDS Uniphase, Google, Hewlett Packard, Agilent Technologies, McAffee, Sun Microsystems und Yahoo. Wenig entfernt über den Highway 101 zu erreichen sind Palo Alto, wo IBM seinen Firmensitz hat, Mountainview, Sunnyvayle, Gillroy, Redwood City und Stanford. Auch die Gegend außerhalb von San José ist sehenswert. Beispielsweise ist in ca. 30 min Autofahrt Santa Cruz erreichbar, dies ist der nächste Strand. Man kann dort am Strand Volleyball spielen, die Promenade entlanggehen oder sich den „Board walk“, so eine Art Kirmes, anschauen. Auch surfen ist sehr zu empfehlen.​

Natürlich darf man die Football-Saison nicht verpassen. Am Anfang des Semesters kann man gegen Vorlage des Studentenausweises umsonst ein T-Shirt der Spartans, dem Football-Team der SJSU, bekommen. So ein Football-Spiel ist schon ein absolutes Spektakel. Mit von der Uni organisierten Shuttle-Bussen geht es dann zum Stadion, was meiner Meinung nach wirklich beeindruckend ist. Das ganze Spiel ist eine riesige Party, super viele Studenten von der Uni sind da. So trifft man dort dann auch den ein oder anderen wieder. Um die Verpflegung muss man sich keine Sorgen machen, Essen und Getränke kann man dort bekommen. Ach ja, der Eintritt ist als SJSU-Student natürlich frei! Während des Spiels sorgen die Band und die Cheerleader zusätzlich für Stimmung. Nach dem Spiel geht es dann wieder mit dem Shuttle zurück zum Campus. Man kann natürlich auch mit dem Auto dort hinfahren. Die San José Sharks (Ice-Hockey-Team) sind ebenfalls absolut empfehlenswert. 

Nach San Francisco sind es mit dem Zug ca. 60 min, mit dem Auto 45 min. Es ist schon klasse, samstags mal eben zum Shoppen oder für das Abendprogramm nach SF zu fahren. Ein absolutes Muss ist Las Veags, was man nach einer ca. 8-stündigen Autofahrt erreicht, passend für einen Wochenendtrip. Für weitere Ausflüge ist ein Auto allerdings wirklich von Vorteil, da das Netz öffentlicher Verkehrsmittel nicht so gut ausgebaut ist. Während meiner Zeit dort habe ich viele solcher Roadtrips gemacht, u.a. nach Los Angeles, San Diego, Grand Canyon, Yosemite National Park, Santa Barbara und Lake Tahoe – wofür wir immer ein Auto gemietet haben, welches sich ab 25 Jahre günstiger mieten ließ. 


Kosten

Die Kosten sind schon sehr hoch. Das gilt für die Uni, die Unterkunft und die täglichen Einkäufe. Kalifornien ist teuer. Das ist sein großer Nachteil. Man muss mit mind. 700 Dollar monatlich rechnen (Shoppingtouren nicht inklusive).

Fazit
(was habe ich aus dem Aufenthalt für mich mitnehmen können, sonstige Tipps & Infos)

Ich habe mein Auslandssemester an der San José State University genossen. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und einiges erlebt. Die Uni war interessant und hat Spaß gemacht. Die Menschen sind total nett, Kalifornien ist sehr schön und es gibt viel zu sehen. Ich würde mich immer wieder für den Auslandsaufenthalt entscheiden, die Erinnerungen bleiben ein Leben lang und der Horizont erweitert sich. Man sieht viele Dinge anders als zuvor und lernt eine Menge netter Menschen kennen. All meine Ziele habe ich erreichen können. Mein Englisch ist deutlich besser, meine Fachkenntnisse wurden reichlich ergänzt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich das Auslandsstudium wirklich gelohnt hat. 


Daniela Droste​